Erzählcafés in der Gedenkstätte

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Erzählcafés in der Gedenkstätte

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Oktober | November | Februar

Einmal monatlich wird die Cafeteria der Gedenkstätte zu einem Ort lebendiger Geschichts- und Geschichtenerzählung.

Der Termin ist jeweils am ersten Mittwoch des Monats um 17:30 Uhr.

Zeitzeugen und Zeitzeuginnen berichten aus ihrer Biografie, beleuchten dabei Themen wie ‚Kirche in der DDR‘ oder ‚Migration und Alltag‘. Sie kommen ungezwungener Atmosphäre in einer moderierten Runde mit den Cafégästen ins Gespräch. 

Wir laden herzlich ein: zum Zuhören und Nachfragen oder zum Berichten eigener Erlebnisse und Erfahrungen.

2. September: Überwachung und Zersetzung

1981 eröffnete die Abteilung XX der Dresdner Stasi-Zentrale den Operativen Vorgang „Feind“ mit dem Ziel, Regimegegner durch Überwachung, Verunsicherung und Zersetzungsmaßnahmen auszuschalten; im Mittelpunkt stand der Dresdner Grafikdrucker Jürgen Gottschalk, dessen lückenlose Überwachung in Hunderten Aktenseiten dokumentiert ist. Die Repressionen gegen Gottschalk gipfelten 1983 in einem Berufsverbot und 1984 in seiner Verhaftung durch das MfS und beeinträchtigten seinen beruflichen und persönlichen Lebensweg nachhaltig. Auch Günter Kern und seine Familie gerieten nach seiner Weigerung, der SED beizutreten, und seinem Protest gegen den „Prager Frühling“ ins Visier der Staatssicherheit – eine Geschichte, die Lukas Rietzschel in seinem Roman „Raumfahrer“ literarisch verarbeitet.

7. Oktober: Migration und Alltag in der DDR

Die DDR verstand sich offiziell als antirassistisch, dennoch sah der Alltag meist anders aus. Im Mittelpunkt des Erzählcafés stehen persönliche Perspektiven auf eine oft wenig sichtbare Geschichte: Migration in einem Staat, der sich selbst als internationalistisch verstand, zugleich aber klare politische und gesellschaftliche Grenzen setzte.
In der DDR lebten Vertragsarbeiter:innen aus Ländern wie Vietnam, Mosambik oder Angola sowie ausländische Studierende, die im Rahmen staatlicher Abkommen ins Land kamen. Ihr Aufenthalt war in vieler Hinsicht reglementiert – sozial, beruflich und privat. Kontakte zur Mehrheitsgesellschaft blieben oft begrenzt, ein dauerhaftes Bleiberecht war in der Regel nicht vorgesehen. Zugleich existierte ein offizieller Diskurs, der Rassismus als Problem des „Westens“ darstellte, während Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung im Alltag häufig unsichtbar blieben. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, wie staatliche Institutionen damit umgingen: Wie blickte das Ministerium für Staatssicherheit auf die „ausländischen Werktätigen“, und wie wurde rassistische Gewalt eingeordnet?

4. November: Kirche, Glaube, Widerspruch

3. Februar 2027: Wohnen